Lauda-Königshofen - St. Jakobus (2016)

Innenrenovation mit liturgische Umgestaltung und neuen Trostorten

 
Die Kath. Pfarrkirche St. Jakobus wurde nach Brand 1695-98 unter Einbeziehung des spätgotischen Polygonalchors neu errichtet, 1709 geweiht und 1953ff. um zwei Joche nach Westen verlängert und durchgreifend renoviert, der ehemals barocke Turmhelm wurde 1974 rekonstruiert. Als älteste Teile sind der Turmschaft aus dem 12/13. Jh. und ein Renaissanceportal mit Wappen des Würzburger Bischofs Julius Echter von 1610 erhalten.
 
Die Innenausstattung besteht u.a. aus einem Hochaltar aus Stuckmarmor der zweiten Hälfte des 18. Jh., klassizistischen Seitenaltären, barocken und neubarocken Kirchenbänken (um 1700 bzw. 1953ff), einer Kanzel von 1828, sowie einem Taufstein mit Wappen des Fürstbischofs von Guttenberg, um 1560. Das Deckengemälde im Chor wird Waldemar Kolmsperger zugeschrieben.
 
Für die künftige Nutzung war der Kirchengemeinde wichtig Trostorte für persönliche Gebete, Buße, Betrachtung und spirituelle Erfahrung zu errichten. Mehr Versammlungsraum im Chorbereich, mehr Freiraum im Kirchenschiff für kreative Aktionen sollte geschaffen werden, Beleuchtungsszenarien, elektroakustische Anschlüsse für die Kirchenmusik und Medien sollten neue Gottesdienstformen ermöglichen.
 
Nach diesen Zielen wurde die Stufenanlage zum Chor verändert sodass eine größere Fläche die Versammlungsmöglichkeit der Gemeinde um den Altar verbessert. Die Kirchenbänke im Schiff wurden reduziert und neu geordnet. Im rückwärtigen Bereich konnte großzügiger Platz für die Trostorte geschaffen werden.
 
Auf zwei Tafeln am Haupteingang werden Geburt und Taufe auf der einen Seite sowie Tod und Ewiges Leben auf der anderen durch Tauf- und Sterbebücher verortet und bilden gleichzeitig den symbolischen Ein- und Ausgang der Kirche. Dazwischen stehen symbolisch der Wanderstab und der Rastplatz. Auf dem Weg laden Trostorte zum Gebet: der Taufstein, die barocke Madonna im Strahlenkranz, der neue Beichtraum und das Bildnis der Schönstadt-Madonna sowie das große freistehende Kruzifix. Der Korpus, 17. Jhd., wurde während der Renovation gefunden und mit allen Spuren und Verletzungen der Zeit zur Betrachtung und Meditation in den Raum gestellt. Ambo, Sedilien und Taufkerzenständer, mit sägerauer Eiche im Material der Trostorte gestaltet, runden die „Pilgerreise" durch den Kirchenraum auch optisch ab.