Karlsruhe-Daxlanden - Heilig Geist (2011)

Innenrenovation   2011
Erbaut       1910 - 1912

 

Die Kath. Pfarrkirche Heilig Geist im ehemaligen Fischerdorf Daxlanden wurde in den Jahren 1910 - 12 nach Plänen des Erzbischöflichen Bauinspektors Johannes Schroth als eine der größten Karlsruher Kirchen erbaut. Der neoromanische Baustil wird im Innenraum durch fein gearbeitete Jugendstilelemente ergänzt und aufgewertet. Von der ehemals üppigen und reichen Ausstattung und dekorativen Farbfassung des Kirchenraumes war nach einem Kriegssschaden in der Apsis der Kirche und einer radikalen Umgestaltung in den Jahren 1959 - 62 kaum mehr etwas erhalten. Vor allem der Verlust des raumprägenden, die gesamte Apside füllenden Aufbaues des Hochaltars, hat das Innere der Kirche maßgeblich verändert. Den leeren Chor- und Apsidenraum konnte der um drei Stufen erhöhte, einfache  Altartisch nicht füllen. Nach fünf Jahrzehnten ohne Renovierungsmaßnahmen und des daraus resultierenden liturgischen, baulichen und gestalterischen Zustandes war die Erwartung an eine Instandsetzung des Innenraumes sehr hoch.

Durch einen Umbau der Chorstufenanlage konnte eine größere räumliche Nähe zum Kirchenschiff erreicht werden, was sich im Standort der nach Entwurf des Bildhauers Alois Landmann geschaffenen Prinzipalien widerspiegelt.
Durch einen Rückbau von Bankreihen im vorderen und vor allem hinteren Bereich des Kirchenschiffes hat der Innenraum Großzügigkeit und Prägnanz erhalten.  Mit der gewählten Farbgebung für Wand- und Gewölbeflächen konnte dem Raum ein Anklang an die ursprüngliche Atmosphäre des Kircheninneren gegeben werden.
Hierfür musste die bei der letzten Renovation gänzlich negierte Architektur- und Tragstruktur wieder ablesbar gemacht werden. Fehlende Bodenflächen wurden authentisch nachgebaut, bzw. im Chorraum durch einen farblich nachempfundenen Terrazzobelag interpretiert. Dass wegen statischer Mängel die gesamte Decke im Bereich der Apside zu erneuern war, kam unvorhergesehen. Die Erneuerung der gesamten Elektrik, der Beschallung und der Heizungsanlage war Programm. Die komplett erneuerte, mit moderner Technik umgesetzte Beleuchtung des Raumes ist Ergebnis eines Wettbewerbes. Sie versetzt den Sakralraum in ein fein differenziertes und ausgewogen schönes Licht. Mit dem Einbau einer professionellen Projektionstechnik kann die vorsätzlich freigebliebene Apsidenrückwand bespielt und in die gottesdienstlichen Themen eingebunden werden. Zusammen mit den kreativ nutzbaren Freiflächen des Chorraumes stehen der Gemeinde damit vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten offen, welche auch begeistert erkannt und genutzt werden.