Reichenau - St. Georg
Außenrenovation
2012 - 2013
Die Pfarrkirche St. Georg auf der Insel Reichenau stammt in ihren ältesten Teilen aus der Zeit um 900. In mehreren Schritten wurde sie erweitert, seit Anfang des 11. Jahrhunderts zeigt sie sich in ihrer heutigen Erscheinung. Berühmt ist sie für ihre bedeutenden Wandmalereien, die teils in das 10./11. Jahrhundert, teils in das ausgehende 9. Jahrhundert datiert werden und als Hauptzeugnisse der Malerei des Klosters Reichenau gelten. Zusammen mit der gesamten Insel ist die Georgskirche UNESCO-Weltkulturerbe.
Im Rahmen des vom Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung finanzierten Investitionsprogramms „nationale UNESCO-Welterbestätten“ erfolgte unter Regie der Gemeinde Reichenau ein Gesamtprojekt „Klosterinsel Reichenau“; dies enthielt das Teilprojekt „Pfarrkirche St. Georg“. Die Baumaßnahmen erfolgten – in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege - unter Planung und Bauleitung des Erzbischöflichen Bauamts Konstanz.
Die im April 2012 begonnene Baumaßnahme umfasste insbesondere:
- Reinigung der Fassade durch Abdampfen, um Algen und Flechten zu beseitigen und nicht haftende Putzteile zu lösen.
- Entfernen des schadhaften Sockelputzes und Reinigung des Mauerwerks bis auf eine Höhe von ca. 2 Metern. Anstehendes Pflaster wurde dazu entfernt und das Erdreich ca. 30 cm tief ausgegraben.
- Klimamessung im Innenraum. Die Ergebnisse dienen der Klimaoptimierung und damit der dauerhaften Beseitigung des Schimmelpilzes
- Verputzen des freigelegten Mauerwerks mit naturhydraulischen Kalkputz; Auftragen in 2 Lagen von Hand nach denkmalpflegerischen Kriterien (Struktur wie Bestand).
- Stufenweises Erstellen eines kompletten Außengerüsts, um auch am Hauptschiff sowie am Turm arbeiten zu können. Reinigung weiterer Fassaden- und Dachflächen, Instandsetzung des Fassadenputzes.
- Restaurierung der Natursteine auf Grundlage der zuvor erstellten Schadenskartierung. Besonders stark verwitterte Werkstücke wurden teilformatig ersetzt (Vierung).
- Renovierung von Zifferblatt und Zeigern in der bestehenden Farbigkeit.
- Neuanstrich der Fassade im vorhandenen Farbton.
- Restauratorische Wartungsarbeiten in der Krypta und im Verbindungsstollen.

