Konstanz - St. Gebhard
Orgelneubau Konzilsorgel
2013-2014
Die Pfarrkirche St. Gebhard wurde 1928/30 erbaut. Ihr Innenraum steht in der Tradition romanischer Basiliken, zitiert Formen und Farben des (Neo)Barock in der Übersetzung neuer Sachlichkeit, purifiziert durch diverse Umgestaltungen. Die Raumachse wird heute von einem goldglänzenden Mosaik im Chorraum und durch ein hohes Tonnengewölbe bestimmt. Dieser in freundlichem Gelb gehaltene „Himmel“ führt wie eine Lichtspur vom Altar aus zur Westempore mit der neuen Orgelanlage. Deren Prospektbekrönung aus schimmerndem Goldglas übernimmt den heiteren Farbenkanon.
Der von Orgelbaumeister Claudius F. Winterhalter entworfene Orgelprospekt bezieht mit seinen sechs gegenläufig gependelten Türmen und den Blendsegeln den gesamten Emporenraum in die Gestaltung ein. Mit seiner Gliederung nimmt er den in der Kirche überwiegenden Stil der Neuen Sachlichkeit auf. Das Gehäuse steht mit seinen grau-weiß strukturierten Oberflächen dezent im Raum.
Damit die Rückräume neben dem Orgelkorpus nicht als dunkle Schluchten gähnen, ordnete Winterhalter dort drehbare, mit Edelstahlgewebe bespannte Blendsegel an. Wie die Achsen des Prospekts sind sie mit verdeckten LED-Leuchtbändern versehen. Das betont die Vertikale und lockert das Gesamtbild des Kirchenrückraumes auf. Rückraum und Chorraum stehen nun in perfekter Balance zueinander.
Die Orgelanlage verfügt über 46 klingende Register, fünf Transmissionen, zwei Extensionen und zwei Vorabzüge auf drei Manualwerken und Pedal. Sie hat mechanische Spiel- und elektrische Registertraktur. Sie stellt damit ein äußerst vielseitiges Instrument dar, das den Kirchenraum nicht zuletzt durch einen optischen Akzent bereichert.
Die Arbeiten wurden im März 2013 begonnen; am 13.07.2014 erfolgte die Orgelweihe anlässlich der Feierlichkeiten zum 600-jährigen Jubiläum des Konstanzer Konzils durch Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch.
