Erzbischöfliches Bauamt
Konstanz

Hilzingen - Kleines Pfarrzentrum - St. Peter und Paul

Sanierung, Umnutzung und Erweiterung

Bauherr:
Röm.-kath. Kirchengemeinde Hegau
 
Bauzeit:
2027 bis voraussichtlich 2029
 
Planung und Bauleitung:
Architekt Wieser, Hilzingen
 
Projektsteuerung:
Erzbischöfliches Bauamt Konstanz
 
Das Ortszentrum der Gemeinde Hilzingen ist geprägt durch die 1747 – 1751 von Peter Thumb errichtete Barockkirche St. Peter und Paul, über die der Architekt Andreas Wieser 2023 eine umfangreiche Monographie unter dem Titel „Zur geistlichen Wend“ herausgegeben hat. Der erst im 18. Jahrhundert entstandene Ortsmittelpunkt wird unter anderem von der ehemaligen Vogtei geprägt, die zuletzt bis 2013 als Pfarrhaus genutzt wurde.
Ein besonderer Blickfang ist deren neobarocke Fassadenmalerei des Engener Malers Emil Dannecker, am Westgiebel aus dem Jahr 1963. Das Gebäude wurde bereits 1659 errichtet, kurz nachdem das Benediktinerkloster Peterhausen die Herrschaft Hilzingen übernommen hatte.
 
Über die Jahrhunderte hinweg wurde es den jeweiligen Bedürfnissen der Seelsorger angepasst und die zuletzt in den 1960er Jahren vorgenommenen „Modernisierungen“ führten letztendlich zu einem großen Verlust der historischen Bausubstanz und zu erheblichen statischen Problemen.
Die Pfarrgemeinde möchte das Gebäude erhalten und durch die Konzentration aller Gemeinderäume unter einem Dach ins 21. Jahrhundert führen. Hierzu soll die Bausubstanz für zeitgemäße Nutzungen hinsichtlich statischer Anforderungen, Brand-, Schall-, Wärmeschutz, Bauphysik und Barrierefreiheit unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes ertüchtigt werden.
 
Die Kleinteiligkeit des historischen Wohntrakts wurde unter Erhalt der historischen Wände in die Planung integriert, während der Scheunenteil in historischer Anlehnung künftig deutlich offener gestaltet wird. Mit der Bezeichnung „Sprechende Spuren“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Erzbischöflichen Bauamt Konstanz ein Konzept entwickelt, bei dem die fast nur noch im Innern vorhandene Patina sichtbar bleibt und nicht durch allzu große Veränderungen im Sinne einer falsch verstandenen Modernisierung zum Verschwinden gebracht wird.
 
Die neue Nutzung des Pfarrhauses soll im Wesentlichen aus drei Teilbereichen bestehen.
Im Erdgeschoss des Altbaus sind die Räume des Pfarrbüros, im Obergeschoss über einen Aufzug erschlossen vier Kleingruppenräume und in einem Erweiterungsbau auf der Ostseite mit separatem Zugang der große Saal mit Foyer für 144 Personen untergebracht. Letzterer hat eine trapezförmige Grundrissform ohne parallelen Wände zur besseren Dämpfung des Nachhalls und kann durch eine Falttrennwand in zwei Gruppenräume aufgeteilt werden. Der Erweiterungsbau soll sich optisch unterordnen und wird als Kontrast zu den konventionellen Putzfassaden des Altbaus mit holzsichtigen Schalungen verkleidet. Der barrierefrei Eingang zum Pfarrhaus und die Erschließung sollen unter Aufbruch der Gartenmauer auf die Nordseite verlegt werden, um den Pfarrgarten auf der Südseite mit Blick auf die Kirche und das Pfarrer-Geissler-Haus zu beruhigen.